Die Modeindustrie ist heute in erheblichem Umfang auf den Einsatz neuer Ressourcen wie Frischfasern, Wasser, Flächen und Energie angewiesen. Dies kann Umweltfolgen wie Treibhausgasemissionen, Biodiversitätsverlust und steigende Abfallmengen begünstigen. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Nutzungsdauer vieler Produkte gesunken. Schätzungen zufolge wird derzeit nur ein geringer Anteil von Textilien zu neuen Textilien recycelt. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Entwicklung hin zu einer stärker kreislauforientierten Wertschöpfung zunehmend an Bedeutung.
Der „Circular Design Approach“ beschreibt einen Designansatz, der sich an den Prinzipien einer Kreislaufwirtschaft orientiert. Ziel ist es, Produkte so zu gestalten, dass ihre Nutzungsdauer verlängert und ihre Verwertung am Lebensende unterstützt werden kann. Dieser Ansatz berücksichtigt verschiedene Phasen des Produktlebenszyklus sowie unterschiedliche Beteiligte, darunter Hersteller, Marken, Nutzer:innen und Entsorger. Es ist zu beachten, dass nicht jedes Produkt vollständig im Sinne eines geschlossenen Kreislaufs verwertet werden kann. Designentscheidungen können jedoch dazu beitragen, Voraussetzungen für eine bessere Wiederverwendung, Reparatur oder stoffliche Verwertung zu schaffen. Marc O’Polo verfolgt daher einen Ansatz, bei dem die Produktgestaltung als ein wesentlicher Einflussfaktor für Langlebigkeit und potenzielle Verwertbarkeit verstanden wird.
Zur strukturierten Umsetzung dieses Designansatzes arbeitet Marc O’Polo mit der Transformationsberatung circular.fashion zusammen. Grundlage ist der Circular Design Standard (CDS Version 5.1), ein Kriterienkatalog mit vier zentralen Handlungsfeldern. Mehr Informationen über circular.fashion und den Circular Design Standard gibt es hier. Die Anwendung dieser Kriterien bedeutet nicht, dass ein Produkt vollständig recycelbar oder kreislauffähig ist, sondern dass ausgewählte Designaspekte entsprechend geprüft und berücksichtigt wurden.
Im Rahmen des Circular Design Approach setzen wir je nach Produkttyp entweder primär auf recycelte oder ökologisch gewonnene, erneuerbare Fasern, die nach anerkannten Standards zertifiziert sind. Zudem achten wir darauf, dass Materialien und ihre Veredelung frei von bedenklichen Chemikalien sind - Ansätze und Maßnahmen im Rahmen unseres kollektionsübergreifenden Umweltmanagements haben hier eine wertvolle Grundlage geschaffen, die es uns erlaubt, die Anforderungen aus Säule 1 zu erfüllen. Mehr Informationen zu unserem Chemikalienmanagement gibt es hier.
Einige Materialien und Materialkombinationen sind derzeit technisch nur eingeschränkt oder nicht stofflich recycelbar. Im Rahmen des Circular Design Approach wird versucht, Materialien auszuwählen, die grundsätzlich für bestehende Recyclingprozesse geeignet sein können. Der Einsatz von Materialmischungen sowie bestimmten Komponenten (z. B. Elasthan oder Siebdrucken) wird – soweit möglich – reduziert. Eine tatsächliche Faser-zu-Faser-Verwertung hängt jedoch von weiteren Faktoren ab, insbesondere von verfügbaren Technologien und lokalen Entsorgungsstrukturen.
Eine verlängerte Nutzungsdauer kann zur Einsparung von Ressourcen beitragen. Produkte, die nach Circular Design Criteria gestaltet wurden, berücksichtigen daher Aspekte wie Materialqualität, Verarbeitung und zeitloses Design. Dies kann dazu beitragen, dass Produkte länger genutzt werden können. Eine konkrete Lebensdauer wird jedoch nicht garantiert.
Auch die Nutzungsphase beeinflusst die Umweltwirkungen eines Produkts. Pflege, sachgemäße Nutzung und gegebenenfalls Reparatur können dazu beitragen, die Lebensdauer zu verlängern. Marc O’Polo stellt hierzu Informationen, z. B. im Care & Repair Guide, zur Verfügung. Diese Maßnahmen ersetzen jedoch keine Recyclinginfrastruktur und gewährleisten keinen geschlossenen Kreislauf.
Die Einhaltung des Circular Design Standards wird für jeden Style in einem dokumentenbasierten Prüfprozess durch It Fits als unabhängige Drittpartei bewertet. Erfüllt ein Produkt die definierten Kriterien nicht oder nicht mehr vollständig, kann die Zuordnung zum Circular Design Approach auch nachträglich angepasst oder entfernt werden.
Im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie „IT’S ON US – 2030+“ verfolgt Marc O’Polo das Ziel, den Anteil von Produkten, bei denen Circular Design Criteria berücksichtigt werden, bis 2030 zu erhöhen. Diese Zielsetzung bezieht sich auf Designprozesse und stellt keine Aussage darüber dar, dass diese Produkte vollständig recycelbar oder Teil eines geschlossenen Materialkreislaufs sind. Marc O’Polo sieht den Circular Design Approach als einen Beitrag innerhalb eines umfassenderen Transformationsprozesses, der weitere Maßnahmen entlang der Wertschöpfungskette erfordert.
Der Circular Design Approach beschreibt einen Designansatz. Er stellt keine Garantie für Recyclingfähigkeit, tatsächliche Kreislaufführung oder Umweltvorteile im Einzelfall dar. Die tatsächlichen Verwertungsmöglichkeiten hängen insbesondere von lokalen Infrastrukturen und technischen Entwicklungen ab.